Bestand:Privatarchiv Litt, Theodor
SignaturNA Litt, Theodor B 1-0175
TitelBrief von: Rohrscheid an: Litt
Enthälths; Brief (Feldpostbrief) 1 Blatt 12,7 x 16,5 cm
Zeitvon1916
Zeitbis1916
BemerkungenDokumentenabschrift: "Recht herzl. Dank für Ihre frdl. Karte vom Anfang dieses Monats. Es tut mir sehr leid, daß Ihr langer Brief, den Sie erwähnen, zu denen gehört, die ihn nicht erreichten. Vielleicht entfällt er <...> Betrachtungen über die Zukunft, deren Besprechnung sie auf der Karte ablehnen. Grad die wären mir wertvoll gewesen, denn dann hörte ich mal das Urteil eines Menschen, der dem militärischen Leben ferner steht: Uns ist der Wunsch stets eine Art Magnet, der die Macht der Überlegung u. des Verstandes stets vom richtigen Weg wegzieht. Ich weiß nicht, ob bei Ihnen auch. Unsere Berichte haben in letzter Zeit eine selten stolze Sprache, ich kann mich persönlich schlecht mit dem Ton abfinden. Und dann erwähnen Sie zu auffällig die Stärke der feindlichen Divisionen, obwohl doch die Heeresleitung genau weiß, daß von der Infantrie einer Division, also von 4 Regimentern, stets 1 Drittel in Ruhe, 1/3 in Reserve, 1/3 in Feuerstellung ist. Aber wie sich das auch dort verhalten mag, wir sind stets glücklich, wenn es heißt: <...>. So sind wir vielleicht von dem Morden dort oben verschont. Eine Zeitlang waren wir fast , aber es wäre auch etwas viel verlangt, nach den Strapazen u. Verlusten an dieser Front an eine ähnliche oder noch schlimmere Stelle zu werden, wenn auch manche von uns die beneiden die am Amfang des Krieges die Augen für ewig schlossen. Mir geht es gut. Gern sähe ich mal mein Heim u. meine Frau u. Kind wieder - aber immer Geduld. Wie lang noch? Ihnen u. den Ihren alle recht herzlichen Gruß Herzl. Gruß an Böhmer u. die anderen Kollegen. Ihr Rohrscheid."; von: Rohrscheid an: Litt